Liebe Tilapia-Freunde,

hier finden Sie den Reisebericht von Mary Kocks-Lux über ihrer Reise nach Uganda. Der Vorstand bedankt sich ganz herzlich bei Mary für die Mühen, die sie mit dieser Visitationsreise auf sich genommen hat.

Reisebericht Uganda 14.07.-27.07.2011 von Mary Kocks-Lux:

Am 14. Juli ist der Flug nach Amsterdam wegen Sturm in Amsterdam erst 2 Stunden später gestartet und ich habe deshalb den Anschluss nach Entebbe verpasst. Nachdem ich ca. 2,5 Stunden anstehen musste, habe ich einen anderen Flug mit der Lufthansa für den nächsten Tag angeboten bekommen und eine Übernachtung im Ibis Hotel in der Nähe vom Flughafen. Ich sollte mich am nächsten Morgen um 08.00 Uhr bei der Lufthansa melden. In Amsterdam: starker Sturm, Regen und nur 14 °. Am nächsten Morgen stand ich um 07.00 Uhr bei der Lufthansa am Schalter. Als ich endlich an der Reihe war, haben die mir meinen Flug bestätigt. Da der aber noch nicht von der KLM freigegeben war, sollte ich mich bei der KLM melden. Da war ich Nr. 166 in der Reihe. Als ich nach gut 2 Stunden dran war, hat man mir noch den letzten Platz an diesem Tag für den Direktflug  nach Entebbe angeboten, was ich dankbar angenommen habe. Ich konnte mit der Boardingkarte direkt zur Abflughalle und 2 Stunden später ging mein Flug. In Entebbe angekommen war mein Gepäck leider nicht angekommen. Father Edward und Edward Mugabe habe mich am Flughafen abgeholt und haben leider 1,5 Stunden warten müssen, weil die Gepäckformalitäten auch noch erledigt werden mussten. Sie haben mich dann zum Pope Paul VI Memorial in dem Ortsteil Rubaga in Kampala gefahren. Die Reise fing also bereits "gut an."

Am 16. August 2011 sind Fahter Edward und Madrine mit mir zur Bank gefahren, um Geld zu wechseln. Wir haben ein Boda-boda (Moped) genommen. Die Boda-Boda's stehen an jeder Straßenecke und warten auf Kundschaft. Die Verkehrssituation in Kampala ist katastrophal. Mit dem Auto steht man nur im Stau. Der Boda-boda schlängelt sich durch. Ein Kleinbus nennt man Taxi. Die transportieren max. 12 Menschen. Was wir Taxi nennen ist in Uganda "special hire". Madrine hat mir den Markt gezeigt, wo sie günstig die Materialien und Kleidung für die Patenfamilien kaufen kann. Father Edward hatte mich gebeten zu gucken wo ich gehe, denn es gibt kaum Bürgersteige, und die sind voller Löcher und Stufen.

Sonntag, 17. Juli: wir waren in der 10.00 Uhr Messe in der Kathedrale von Kampala. Die Messe war, übervoll und wir haben hinten gestanden. Später hat Father Edward uns zum Palast vom König von Bulenga im Stadtteil Bulenga gefahren, von wo wir die 7 Hügel sehen konnten, auf denen Kampala (der Platz der Impala's) gebaut wurde. Gegen 16 Uhr mit Father Edward und Madrine einen Lunch gehabt und anschließend zum Hotel.

Am Montagmorgen im Flughafen angerufen. Der Koffer war da. Wir sind dann zum Flug- hafen gefahren und haben den Koffer abgeholt. Der ursprüngliche Plan, nach Bwanda zu fahren, wurde auf den nächsten Tag verlegt. Im Koffer war der symbolische Scheck über 5.000 Euro von der Pfarrgemeinde St. Dionysius in Seppenrade, den wir auf dem Rückweg der verantwortlichen Schwester in Gogonya, Schwester Josinthia, überreicht haben. Wir haben den  von Nayofa schon angelegten Teich besichtigt. In dem Teich waren Catfische. Habe einige Bilder auch für Sankt Dionysius gemacht. Die Schwester Oberin als Entscheidungsperson war leider nicht anwesend.

Am 19. Juli sind Father Edward, Madrine, Charles Lutaaya (Fahrer) und ich, morgens nach Mpigi, Kammengo über Kitulikizi nach Bwanda gefahren. In Kitulikizi haben wir Father Kirunda Expedit kennengelernt. Der Förderverein unterstützt Father Kirunda in diesem Jahr mit 8000 Euro für 3 Fischteiche. Wir wurden zum Lunch eingeladen und er ist anschließend mit uns zum Gelände gefahren, auf dem er ursprünglich die neuen Fischteiche anlegen wollte. Im Nachhinein hat er eine bessere Stelle gefunden. An der neuen Stelle läuft ein Bach und die Wasserzufuhr ist dort gesichert. An dem Tag hatten wir leider keine Zeit mehr, dieses Gelände zu besichtigen. In  Villa Maria sind wir erst im Dunkeln angekommen und haben bei den Schwestern übernachtet. Am nächsten Morgen haben wir die Teiche, die im Jahre  2007 mit Unterstützung vom BMZ angelegt wurden, besichtigt. Wir mussten ein Stück durch schlechtes Gelände fahren, aber die Teiche, die wir besichtigt haben, waren sehr gepflegt und voller Fische. Mit den Ernten sind die Schwestern sehr zufrieden. Schwester Jacqueline ist für die Fischteiche verantwortlich. Die Zäune sind baufällig und die Schwestern baten uns um finanzielle Unterstützung.

Am 20. Juli sind wir nach Kammengo, zum Nayofa Center gefahren, um das neue Nayofa Center, das in Bau ist, zu besichtigen. Hier wird Platz geschaffen für Seminarräume, Büros und Lagerräume. Danach sind wir zur Patenfamilie Kasumba Emmanuel gefahren. Er ist gehbehindert, sehr fleißig und kann in der Umgebung seines Hauses arbeiten. Nayofa und Paten haben ihm Materialien zur Verfügung gestellt und er hat damit zusammen mit dem Fieldworker von Nayofa einen Hühnerstall gebaut. Das Dach fehlt noch. Er hat auch einige Schweine. Er erzählte, dass er Schwierigkeiten hat, die Schweine zu füttern, da der Mais im Moment zu teuer ist. Auf diese Art und Weise können die Schweine nicht gewinnbringend verkauft werden. Sein Haus ist nur über einen Fußweg zu erreichen und die Materialien können nur mit dem Fahrrad angeliefert werden. Eine Toilette ist im Bau. Er plant jetzt, nachdem er einige Seminare von Nayofa besucht hat, eine Bananenplantage anzulegen, um weitere Einkünfte zu erzielen. Das Grundstück ist vorhanden, aber es muss erst gerodet werden. Er hat fünf Kinder, von 2 bis 8 Jahren.

Anschließend haben wir Katwere Donanto besucht, seine Paten sind Ulrich & Heidemarie. Er ist 84 Jahre alt und wohnt bei seiner Tochter. Er pflanzt Zwiebeln an, die er verkauft. Er ist sehr dankbar für die Unterstützung, die er erhält, und aus Dankbarkeit mussten wir unbedingt Zwiebeln mitnehmen. Dann waren wir  in der Secondary Schule in Ggoli und haben gebeten, ob wir Carol, einer der 5 Kinder von den Paten Herbert und Gisela, kurz sprechen konnten. Wir haben ihr Kleidung von Rita sowie Buntstifte gegeben. Die mitgegebene Kleidung wird Madrine später privat abgeben, da es in der Schule verboten ist, etwas anderes als Schulkleidung zu tragen. Carol ist sehr intelligent und möchte Informatik studieren. Sie spricht schon Englisch. Wir wurden von der Patenfamlie Katabalwa Mary (Pate ist Hermann) zum Lunch eingeladen. Alles war üppig und gut. Die Gäste durften am Tisch sitzen und hatten Besteck, aber für die Familie wurde dier Sisalteppich ausgerollt und darauf wurde im Sitzen gegessen. Alles war in Bananenblätter gekocht. Luyomba (Hähnchen) dazu Matoke (Bananenpuree), Reis, Süßkartoffeln, Advocado, etc. Ich habe es genossen. Wir haben Mangos vom Baum gegessen. Anschließend wurde der neue Schweinestall und die Toilette gezeigt. Wir haben Mangos als Proviant erhalten.

Anschließend haben wir  noch die Familien Basiri und Nyika Desidero besucht. Beide Familien waren sehr  dankbar, zufrieden und glücklich über die verbesserte Situation. Danach zurück nach Kampala. Ankunft ca. 20.30 Uhr.

An diesem Tag habe ich zum ersten Mal die von den Patenfamilien gespendeten Wassercontainer gesehen. Ich war erst einmal entsetzt, dass man oben in den Containern ein großes Viereck ausgeschnitten hatte. An den Häusern waren keine Wasserrinnen und man hatte zwei Dachpaneele schräg am Dach aufgehängt und das untere Ende kam dann oberhalb dieses Loch, so daß Wasser aufgefangen wurde, wenn es regnete. Keiner war auf die Idee gekommen, eine Rinne an dem Dach zu befestigen und ein Rohr in das dafür vorgesehene Loch mit  Schraubverschluss zu führen. Noch besser wäre es gewesen, das Rohr mit einem Filter zu versehen. Aber die Besitzer sind stolz auf ihren Wassercontainer. So haben sie nach der Regenzeit noch ungefähr für einen Monat Wasser und danach muss wieder Wasser in Kanistern angeschleppt werden. Manchmal über mehrere Kilometer.

Am 21. Juli 2011 fuhren wir morgens nach Ssama und haben die Schule besichtigt. Da haben wir einige gespendete Bälle der Verbandsparkasse gelassen. Später haben wir die Patenfamilien Luyombya, Pate ist Manfred und Nakirijja Teopista, Patin ist Brigitte, besucht. Die Frauen wollten uns gleich zeigen, was Sie alles schon erhalten und gemacht haben und haben sich wiederum lobend über die Unterstützung von Nayofa Mitarbeitern ausgelassen. Wir haben ebenfalls Ritah Ndikirya, einer der 5 Kinder, in der Mittagspause getroffen. Sie lebt jetzt bei einer Frau, einer Schneiderin, die sie gut versorgt.

Im Allgemeinen sind laut Madrine die Kinder der Patenfamilien viel weniger krank als vorher. Die Kinder besuchen regelmäßiger die Schulen. Die Großmütter oder Eltern sind sehr dankbar für die Unterstützung, die sie erhalten.

Anschließend sind wir nach Ssaza gefahren und haben einen Lunch bei der Schwester von Father Edward gehabt. Sie war gerade bei der Ernte von Erdnüssen. Wir haben beim Pflücken geholfen, bis sie das Essen vorbereitet hat. Sie pflegt einer der Landhäuser des Königs Kabaka Muwenda Mulebi, der aber selbst außen im Zelt übernachtet, wenn er mal da ist. Anschließend begann die Rückfahrt nach Kampala, wo wir erst wieder nach Einbruch der Dunkelheit ankamen.

Am Freitag, dem 22. Juli, stand die Besichtigung der Kibanga Fischteiche auf dem Plan. Dieses Projekt wurde in 2009 mit Unterstützung des BMZ umgesetzt. Ich war sehr neugierig, da es viele Schwierigkeiten bei der Ausführung gab. Das Gelände ist hügelig und es musste viel Erde bewegt werden. 4 Teiche wurden auf die herkömmliche Art gemacht. Father Edward und Madrine waren in dem Jahr in Kenia und haben da Fischteiche aus Polyethylen Folie gesehen, die auf der Erde standen und haben dieses System dann in Kibanga angewendet. Es ist gewöhnungsbedürftig. Das Nayofa-Team ist begeistert, aber persönlich habe ich mehr Vertrauen in Teiche, die auf herkömmliche Art gebaut wurden. Der Ertrag ist aber gut und darauf kommt es an. Für das Nayofa Team ist es der Vorzeige-Fischzuchtbetrieb.

Bei Mrs Ndugga, die jetzt an dem Teich wohnt, waren wir zum Lunch eingeladen (Pate ist Alfons). Auch Father Kirunda Expedit war da und wir haben uns für Dienstagnachmittag verabredet, das neue Gelände für die Tilapia-Teiche zu besichtigen. Wir haben wieder sehr gut gegessen und mussten uns beeilen, um pünktlich in Kampala zu sein, um bei Barefootpower einen Termin bezüglich Solarsysteme wahrzunehmen. Die Verkehrssituation war so, dass wir zu spät kamen. Mayn stellte uns einen Mitarbeiter zur Seite, der uns alles erklärte.

Im September wird das Nayofa-Team zu einem Seminar eingeladen. Das System ist preisgünstig und einfach und wird von der Firma installiert. Auf diese Art und Weise wäre für 4 Stunden gutes Licht vorhanden (kleines Licht 6 Stunden) und das Parrafin würde nicht mehr benötigt. Dirk Kam, Chef vom Barefootpower, kenne ich von der Tilapie International Foundation in den Niederlanden. Er war ein guter Freund von Pater Jan Heine.

Am 25. Juli hat mich Hermann Schuten, Mitarbeiter vom ILD im Hotel abgeholt, und wir hatten ein Vierstundengespräch mit Father Edward. Am 26. Juli hatten wir dann Team-Besprechung, um die Ergebnisse des Vortages zu besprechen. Hermann Schuten wußte die richtigen Fragestellungen, das Nayofa Team Einsicht in ihrer eigenen Organisation zu gewähren, sowie die Zusammenhänge mit Deutschland besser zu verstehen. Nach einem gemeinsamen Essen in Cabana (natürlich Tilapia Fisch) hat das Team mich für meinen Nachtflug nach Amsterdam zum Flughafen gebracht.

Ich bin froh und dankbar, daß ich die Reise machen konnte. Es hat mir gezeigt, das wir gemeinsam schon eine Menge erreicht haben. Es gibt wieder Motivation weiterzumachen. Einiges muß noch geändert werden. Die Seminare und Unterstützung von Nayofa wurden überall hochgelobt. Der Verkaufsstand in Kamengo mit den Produkten aus der Kooperation ist eine Augenweide und der schönste, den ich gesehen habe. Ich hoffe, daß das Gebäude, im Anbau, in dem neben Büro- und Seminarräume auch ein Kühlraum für die landwirtschaftlichen Produkte integriert wird, bald fertiggestellt wird.

Leider konnte ich aus Zeitgründen und weil die Patenfamilien z. T. kilometerweite auseinander wohnen, nur 10 der inzwischen 24 Familien, für die wir inzwischen Paten gefunden haben, besuchen. Aber was wird dort gesehen haben,ist, daß es den Familien wesentlich besser geht, als vor der Zeit, bevor unsere hiesigen Paten tätig wurden.

In zwei bis drei Jahren werde ich erneut eine Besichtigungsreise nach Uganda machen. Vielleicht hat ja dann der Eine oder Andere Lust, mich zu begleiten.

Wesel, im September 2011

gez. Mary Kocks-Lux

PS: Wer noch mehr wissen will, anrufen oder mailen - 0281-64097 oder marykockslux@googlemail.com Und nun viel Freude mit den Bildern im Anhang unten.