Reisebericht über die Ugandareise von Mary Kocks-Lux und Frau Ratermann im Januar und Februar 2013. Wir konnten Frau Ratermann, die schon lange mit einem Hilfsprojekt in Uganda tätig ist, für eine Zusammenarbeit gewinnen. Beiden ein herzliches "Danke" für die Durchführung der Reise.

Flug

Bei der Abreise in Wesel waren es 10°, bei der Ankunft in Entebbe nachts um 23:00, meldete der Pilot eine Außentemperatur von 22 °. Father Edward, Madrine und Herr Wagabewaren holten mich am Flughafen ab.

Am Sonntagnachmittag  haben Madrine, Michael, unser Fahrer, und ich das Nationalmuseum in Kampala besichtigt.

Patenfamilien

In der ersten Woche wollte ich mit Frau Ratermann die einzelnen Patenfamilien besuchen. Frau Ratermann wird künftig anstelle von Hermann van Balveren die Patenfamilien betreuen. Aus gesundheitlichen Gründen kann Hermann die Arbeiten nicht mehr machen.

Am Dienstag, dem 29.1. haben Madrine und ich Frau Ratermann und Bridget von der Fähre in Bukakata abgeholt. Frau Ratermann arbeitet  für den "Freundeskreis  Ssese-Islands, Uganda". Bridget ist als Sozialarbeiterin im Hilfsprojekt Bumangi, das vom Freundeskreis gefördert wird.

Auf der dreistündigen Rückfahrt nach Kammengo haben wir die erste Patenfamilie, Laura Namukasa, in Buwana besucht. Laura hat mit der Unterstützung von Nayofa und Alfons ein kleine Lebensmittelgeschäft aufgebaut, mit dem sie sehr zufrieden ist. Die Tochter Cabrine geht jetzt in die Seniorschule (Gymnasium), und sie spricht schon etwas Englisch. Cabrine hat HIV, aber aufgrund der guten Medikamente, die die Familie sich jetzt leisten kann, haben sie das Problem voll im Griff. Ihr Sohn, Vianny, besucht die 4. Klasse der Grundschule. Laure hatte für uns einen Bohneneintopf gekocht, den wir mir großem Appetit genossen haben.

Father Edward hatte organisiert, dass wir in der Woche bei seiner Schwester schlafen konnten. Wir wollten am Mittwochmorgen in aller Frühe starten, aber ein tropischer Regenguss verhinderte das. Als wir dann endlich los konnten, waren aus den Wegen rote Schlammpisten geworden. Als erstes besuchten wir in Sserinyabbi und Ssama Maria Nantale, Consolata Nakiyonga und Florence Nasimbwa. Wir haben auch die Kinder und Enkel angetroffen, da dort gerade Schulferien waren. Die Fotos werden wir den jeweiligen hiesigen Patenfamilien zuschicken. Nasimba Florence hat jetzt eine eigene kleine Ziegelei, und vom Verkauf der Steine lebt sie mit ihrer Familie. Der älteste Sohn möchte in diesem Jahr sein Abitur machen und dann ein Studium zum Tierarzt aufnehmen. Nun bekam Nasimba von einem Investor die Nachricht, dass sie auf seinem Grund wohnen würde. Um das Grundstück, auf dem ihre Familie seit Generationen wohnt, zurückzukaufen, müsste sie rd. 7000 € an den Investor zahlen, was gänzlich unmöglich ist. Durch eine Gesatzesänderung in  Uganda ist es jetzt möglich, nicht im Grundbuch eingetragene Grundstücke zu kaufen. Auch bei Laura Namukasa in Buwana und Frau Musoke in Muduuma ist das gleiche Problem vorhanden.

In Luwala trafen wir Emirina Namutebi. Ihre Enkelin hat 2012 ein Kind bekommen. Der Vater hat sich vor der Verantwortung gedrückt. Bei Nikirijja Teopista war die Welt i.O.

Bei Mubiru Joan trafen wir nur die Kinder an. Als wir wegfuhren, haben wir kurz mit Joan gesprochen.

Frau Luyombya trafen wir im Garten bei der Arbeit an. Sie züchtet Schweine und ist für ihre Enkel eine lebenslustige Großmutter. Nakewale Regina ist stolz auf ihre Enkel, die gut in der Schule sind. Basirio Laurensio sah nicht so gut aus, aber seine Kinder schauen regelmäßig nach ihm. Nyika Desiderio war an dem Tag der letzte Pate. Zurück in Kammengo erhielten wir noch ein Abendessen, und wir gingen früh ins Bett.

Am Donnerstag standen weitere neun Familien auf dem Programm. Über Ndodo, Nabuzi, Bwanmulamira sind wir nach Kiswa gefahren.

Mary Lwanga Katalbalwa haben wir bei der Gartenarbeit überrascht. Sie züchtet Schweine, hat aber gegenwärtig kein Geld für richtiges Futter. Sie füttert die Schweine  jetzt mit Grün aus dem Garten. Das Wachstum der Schweine verzögert sich dadurch natürlich.

Um zu Namuza Nankya zu gelangen, mussten wir über einen ca. 500 m langen, schmalen Pfad nach oben steigen. Namuza hat noch keinen Wassertank und muss jeden Tag das Wasser hochschleppen. Ich habe Madrine gebeten, einen Vorschlag zu machen, wie die Situation verbessert werden kann. Das Problem ist, dass alles über den Pfad nach oben geschleppt werden muß.

Nabukale Gertrude war zufrieden mit ihrer Situation. Abends besuchte uns ihr Mann in Kammengo und brachte uns eine Menge Avocados. Er dankte noch einmal überschwenglich für die Hilfe aus dem fernen Deutschland. Er fand es erstaunlich, dass wir Menschen in Uganda unterstützen.

Nabukenya war von ihrer Kuh getreten worden. Durch ihre Bauschmerzen bedingt, konnte sie sich nur sehr schlecht bewegen. Ihre Tochter und Enkel waren bei ihr und gingen ihr zur Hand.

Nakityo Jane fiel uns um den Hals und rannte ins Haus, um uns das Bild ihrer Patenfamilie Heikapell zu zeigen. Sie war überglücklich über unseren Besuch und bedankte sich wiederholt für die Unterstützung.

Namulindwa Alfunsia war etwas traurig, da sie erfahren hatte, dass ihr Sohn HIV infiziert ist und sie sich um die richtigen Medikamente kümmern muss, was in Uganda eine Geldfrage ist. 

Bei Nayiga Prisca war die Welt in Ordnung.

Katwere  Donanto war doch mächtig alt geworden. Sein Sohn ist Lehrer und in seine Nähe gezogen, um ihm besser helfen zu können. Er sucht jetzt noch einen Job.

Als ich das letzte Mal bei Kasumba Emmanuel war, war er dabei, für seine Hühner einen Stall zu bauen. Als wir jetzt hinkamen, fanden wir das Haus leer. Plötzlich kam die ganze Familie aus dem Hühnerstall. Kurz vor Weihnachten war die Rückwand seiner Hütte eingestürzt, und die Familie war gezwungen, in den Hühnerstall umzuziehen. Madrine wird eine Bestandsaufnahme der wichtigsten Maßnahmen machen und dort untertützen, wo es nötig ist. Im vergangenen Jahr ist eines der Kinder dieser Familie gestorben.

Am Freitag fuhren wir über Kampala auf der Mityana Road, um die ca. 80 km entfernt wohnende Familie Namwanga Jane zu besuchen. Namwanga Jane  hat eine große Familie. Ihr Mann ist  für einige Fischteiche des Nayofa-Projektes verantwortlich. Nach einer Stippvisite bei Frau Musoke, mussten wir für das Mittagessen zurück zur Familie Namwanga Jane, wo ein herrliches Essen auf uns wartete. Mit Jackfruit, Avocados, Zuckerrohr und Kürbissen versorgt, fuhren wir weiter.

Es ging nach Bumoozi, wo wir die Damen Nakayima und Nabulya besuchten. Die beiden Frauen hatten aus dem Ingwer-Verkauf einen Hausbau finanziert. Darauf waren sie mächtig stolz. Sie schenkten uns Honig von ihren eigenen Bienen. Die Damen haben sogar einen Tilapia-Fisch-Teich und erzielen auch hier noch Einkünfte aus dem Fischverkauf.

Jawako Agnes haben wir leider nicht angetroffen. Wir konnten uns aber vom ihrem sehr gut gepflegten Garten überzeugen.

Nanyanzi Rebecca züchtet Schweine und hat daraus ihre Einkünfte.

Nach einer weiteren Stunde kamen wir in Kibanga zu Frau Ndugga. Sie strahte über das ganze Gesicht. Es war mein zweiter Besuch. Die Kinder waren gewachsen und Frau Ndugga war mit der Welt und sich zufrieden. Ihre älteste Tochter kann jetzt durch die Unterstützung ihrer Patenfamilie eine Ausbildung zur Frisörin absolvieren.

Am Samstagmorgen ging es wieder Richtung Bukakata, um Irmgard und Bridget zurück zur Fähre zu bringen. Morgens dauerte es mit dem Anschieben des Autos durch 6 käftige Männer eine halbe Stunde, bis der Wagen lief. Die Batterie lud sich nicht auf. Ergo sollte der Motor nicht abgestellt werden. Wir haben die beiden auch nur abgestezt und haben dann sofort kehrt gemacht. Leider mußten wir bei eine Polizeikontrolle anhalten. Mit Hilfe der Polizisten, Madrine und mir sowie einem vorbeikommenden LKW brachten wir das Auto wieder zum Laufen. Wir waren heilfroh, als wir abends das Kolping-Hotel in Kampala erreichten, in dem am Sonntag das Seminar, von VENRO anfing.

Das VENRO-Seminar 

BeiFather Hillary von  der Caritas Kasanaensis Luweero Uganda haben wir uns zur Einführung in das Seminar getroffen. Das Seminar "Wirkung  beobachten", Eigenverantwortung stärken" vom Exposure und Dialogprogramme e.V. wurde organisiert von VENRO (Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V.). Caritas und Kolping-Uganda wurde vorgestellt.

Diese Vereine arbeiten seit Jahren nach den Richtlinien des NGO IDEAS, einem Ansatz der Wirkungsbeobachtung durch die Zielgruppe selbst. Der Zielgruppe wird zu Einkommen schaffenden Maßnahmen verholfen. Über die Umsetzung von NGO IDEAS in den Zielgruppen von Caritas und Kolping sollten wir uns in den folgenden Tagen ein Bild machen. Die Teilnehmer des Seminars wurden in Gruppen eingeteilt, die in den folgenden drei Tagen in einer Familie in Luweero oder Hoima untergebracht wurden. In einem Workshop mussten wir uns über die Teilnehmer der eigenen Gruppe informieren, um anschließend eine Person vorstellen zu können. So erhielt jeder einen Eindruck über sämtliche Teilnehmer. Nachdem wir erfuhren, was von uns noch erwartet wird, haben wir mit dem Bus zunächst noch eine Stadtbesichtigung gemacht.

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, ging es zu den Familien. Wolfgang und ich waren in Kuduma, einem Doref in der Nähe von Hoima untergebracht. Nach einer dreistündigen Fahrt kamen wir gegen 15:00 Uhr  bei unserer Familie, Joan und Achileo,  an. Sie hatten drei leibliche und eine Adoptivtochter, die nicht zur Schule ging, während die älteste der leiblichen Mädchen, neun Jahre alt, zur Schule ging. Die beiden Kleinsten waren noch nicht soweit.                                                                                                                                   Es war eine Selbstverständlichkeit, dass auch die Nachbarn bei unserer Begrüßung anwesend waren. Wir, Wolfgang, Sebastian und ich durften im Eltern- und Kinderzimmer schlafen. Unsere Gasteltern hatten sich im Lagerraum einen Schlafplatz eingerichtet. Die Herzlichkeit und die Gastfreundschaft war schon außergewöhnlich.                                       Joan hat uns stolz ihren Garten gezeigt. Die Familie ist seit drei Jahren in einem Kolpingprojekt von zehn Familien. Inzwischen war die Gartenarbeit so weit intensiviert, dass die Familie von den Ernteerträgen leben kann. Bananen, Kassave, Kartoffeln und Erdnüsse werden geerntet. Außerdem hatten sie Schweine und Hühner.                                                Joan und Achileo hatten ein Darlehen erhalten, um ein Haus zu bauen. Der Rohbau ist inzwischen fertig, der Rest fehlt noch. Die noch fehlenden Arbeiten werden nach und nach in Angriff genommen, d.h., wenn wieder mal Geld vorhanden ist. Joan hat, um weitere Einkünfte zu generieren, ein weiteres Darlehnen für einen Kosmetiksalon und eine Ausbildung als Frisörin und Kosmetikerin in Kenia erhalten. Der Salon war noch spärlich eingerichtet, aber Joan geht jeden Nachmittag in den Salon und wartet auf Kundschaft.

Am nächsten Tag war Wasser holen angesagt. Normal werden  3 x täglich ca. 40 Liter Wasser geholt. Die Wasserpumpe ist ca 500 m entfernt. In dem Dorf gibt es einen natürlichen Brunnen. Der ist aber noch weiter entfernt und wird von unserer Familie nicht benutzt.  Einige Dorfbewohner nehmen den weiteren Weg aber in Kauf, da die Wasserqualität besser ist.

Um 10:00 Uhr gab es eine Versammlung der Familien der Gruppe. Die Familien haben uns die Errungenschaften durch die Unterstützung und die selbst gesetzten Ziele erläutert. Es war schon beeindruckend, zu erfahren, wie viel man erreichen kann, wenn man nur will. Eine Frau hat es so erläutert: "Wir haben immer gearbeitet, aber nur für den täglichen Bedarf.Jetzt arbeiten wir gezielter, um mehr zu erwirtschaften, um dann mit dem Ertrag z.B. das Schulgeld für die Kinder bezahlen zu können."

Die meisten Familien hatten vor drei Jahren nur eine Mahlzeit pro Tag. Jetzt haben sie jeden Tag drei Mahlzeiten. Das war die erste Priorität bei den gesteckten Zielen. Sie erwirtschaften jetzt ein kleines Einkommen, um Schulgeld bezahlen zu können. Wenn die Eltern nicht bis spätestens 14 Tage vor Schulbeginnen das Schulgeld bezahlen können, müssen die Kinder zu Hause bleiben. Die Ziele, die besprochen wurden, waren u.a.:    Kinder zu weiterführenden Schulen zu schicken, bessere Wasserversorgung, eine ausgewogene Nahrung, eigenes Grundstück.

Am nächsten Tag habe ich nach dem Wasser holen in der "Küche" geholfen. Von Hand Kohl klein schneiden. Es musste auf offenem Feuer gegart werden. Der Kohl musste ununterbrochen gedreht und gewendet werden, damit er nicht anbrannte. Die Bananen wurden in einem Wasserbad in großen Bananenblättern gegart und danach gestampft. Erdnüsse werden im Mörser klein gestoßen und als Soße verwendet.

Bei einer Dorfbesichtigung haben wir eine staatliche-, sowie eine Privatgrundschule besucht. Der Unterschied war deutlich spürbar. Die Ausstattung, die Schulkleidung und kleinere Klassen waren die Vorteile der Privatschule.

Wir haben den Aufbau eines Steinofens gesehen. Nachdem die Steine gebrannt sind, müssen sie eine Woche lang auskühlen.

Am Donnerstag wurden wir um 7:00 Uhr abgeholt. Um 11:30 Uhr waren wir wieder in unserem Hotel in Kampala und freuten uns auf die Dusche. Um 14:00 ging es mit dem Seminar weiter. Erfahrungsberichte, Workshops mit Schlüsselereignissen, Sammlung von Themen, Gedanken an die Zukunft etc.                                                                                     Freitag stand ein Seminar mit geladenen Gästen aus Uganda auf dem Programm.           Der Bischof von Kasana-Luweero, Vertreter vom Finanz-, Wirtschafts- und Landbauministerium, Kirche, Peace und Justice Commission for Uganda, Uganda National Federation usw. waren anwesend. Die Delegation aus Deutschland durfte die Resultate seiner Erfahrung über die Auswirkungen der angewandten Methode vortragen. Die Methode selbst wurde vorgestellt. Die Workshops werden jetzt in größeren Gruppen ausgeführt. Wir hoffen, dass durch diese Tagung die Verbindung der örtlchen Gruppen zu den Behörden verbessert wird.                                                                                                         Am Abend hatten wir einen afrikanischen Abend im Haus of Culture.

Samstagmorgen stand dann noch eine Zusammenfassung und der Abschied auf dem Programm. Um 11:00 sind wir mit dem Bus zur Nilquelle nach Jinja gefahren. Abends sind dann die meisten nach Frankfurt zurück geflogen.

Nayofa und unsere Projekte

Am Sonntagmorgen ging es wieder ins Hotel "Pope Paul VI Memorial-Hotel", in dem ich normalerweise untergebracht war.                                                                                                   Für Montag stand der Besuch von "Villa Maria" auf dem Plan, aber Fathere Edward musste umplanen. Wir sind dann zu den Gogonya-Schwestern gefahren, deren Teiche wir besichtigt haben. Man hat uns einen prima Lunch serviert. Eine Anfrage für eine Teichverbessung gaben mir die Schwestern sofort mit.                                                Dienstagmorgen wurden dann die Teiche bei Villa Maria, die 2005 gebaut wurden, besichtigt. Da konnten wir zusehen, wie gerade die Teiche abgefischt wurden. Es wurden einige Male Netze über den Teichboden gezogen.

Danach haben wir Father Kitto besucht. Der Weg war sehr viel länger, als wir erwartet hatten und wir waren erst gegen 15:00 Uhr auf dem Gelände vom Bischof von Massaka, 20 km nördlich von Lyantonde. Fr. Kitto hat in dem einen Jahr, seit dem er erst hier ist, sehr viel bewegt. Er vermisst seine Teiche. Aber dafür hat er jetzt mit Rindern und deren Wasserversorgung auf einem 33.000 m² großen Gelände zu tun.                                              Es gab aus dem Norden von Uganda Leute, die das Gelände teilweise abholtzen und von dem Holz Holzkohle machen, die sie dann auf dem Markt von Kampala verkaufen. Der Boden in dem Gebiet ist nicht sehr ertragreich. Fr. Kitto versucht, einen besseren  Rasen für die Rinder anzupflanzen. Weiterhin hat er zwei tiefe Wasserreservoirs ausgraben lassen, um für Jahre einen entsprechenden Wasservorrat zu haben. Abends waren wir dann wieder in Kampala

Am Donnerstagmorgen bin ich mit Hermann Schuten, Heike und Maria nach Bukedea im sogenannten "Cattle corridor" gefahren, um dort ebensfalls ein Projekt zu besichtigen, das vom ILD betreut wird. Das ist das Gebiet westlich von Mount Elgon. Dort ist es sehr trocken. Durch Staus und schlechte Straßen sind wir erst spät angekommen. Wir waren bei der Apoolo Na Angor Organisation - ein Auffangbecken für Mädchen und Frauen. Für die Frauen gibt es. u.a. eine Ausbildung zur Näherin/Schneiderin. Hier habe ich einige Muster gekauft, die wir evtl. auf unseren Basaren verkaufen können. Wir haben beim Projektleiter in einer Hütte übernachtet. 

Am Freitagmorgen stand ein ländliches Entwicklungsprojekt auf dem Programm.           Nach 1,5 Stunden Fahrzeit wurden wir von einer kleinen Gruppe begrüßt. Die waren erst ein Jahr in dem Entwicklungsprogramm. Die Priorität war die Hygiene. Jeder wollte uns seine Küche, neue Toilette (kleine Hütte mit einem 6 m tiefen Loch im Boden und Abdeckplatte) und Dusche (1m² mit 2 m hohen Zweigen umzäunt und ein Paar Steine auf der Erde). Das war die ärmste Umgebung,die ich je gesehen habe. Wir sind ca 2,5 Stunden lang in der brennenden Sonne von Hütte zu Hütte gelaufen. Danach gab es ein Essen, zum ersten Mal ohne Besteck. Nach einer Versammlung waren wir abends wieder beim Projektleiter Moses.

Am nächsten Morgen sind wir via Mount Elgon und den Sipi-Wasserfällen nach Kampala zurückgefahren. Weil wir sehr lange in Staus vor Kampala gestanden haben, kam Hermann zu spät zu seinem Treffen.

Am Sonntag haben Robert, Madrine und ich einige Familien aus dem Nayofa-Projekt besucht. In Richtung Mityana haben wir den Teich von Kafeero Livington besichtigt. Der Teich liegt sehr gut und hat einen natürlichen Wasserzulauf und -ablauf. Herr Kafeero ist mit dem Ertrag aus seiner Fischzucht sehr zufrieden.                                                         Danach waren wir bei Nansamba Florence in Muduma. Sie ist die Gruppenleiterin von 15 Familien. Sie hat einen 8000 Liter großen, gemauerten Wassertank. Die Gruppe hat von den erzielten Ernteerträgen den größten Teil einer Maismühle kaufen können. Jetzt fehlt nur noch das Mahlwerk. Der Fuß davon ist bereits am Bestimmungsort einbetoniert. Wenn alles komplett ist, können sie für die Gruppe und andere den Mais mahlen und dadurch höhere Preise erzielen.

Danach sind wir nach Busanyi gefahren. Dort besuchten wir den Gruppenleiter Vicent Kiuumbi. Vicent hat ursprünglich von Nayofa ein Schwein bekommen. Jetzt hat er eine Schweinezucht. Mit dem Dung befüllt er eine neue Biogasanlage. Jetzt kann seine Frau auf Gas kochen, und abends ist das ganze Haus mit Gaslicht beleuchtet. Er hat inzwischen auch Hühner und eine große Bananen- und Kaffeeplantage.

Dann besuchten wir noch vier Teiche in Bumozi, die von Nakyanzi Iveria, Nandawula Maria, Nasimbwa Julia und Nakitto Aisha bewirtschaftet werden. Die Teiche waren voller Fisch und man erwartet nach Abzug aller Unkosten pro Teich einen Reingewinn von 300 €.

Nach einem kurzen Imbiss ging es weiter nach Kammengo. Wir hatten die neuen Büroräume noch nicht besichtigt. Von außen sah alles sehr beeindruckend aus. Der Eingangsbereich war fertig, aber es fehlt noch die Elektrizität, um einziehen zu können. Denn ohne Computer geht auch da nichts mehr. Der Kühlraum ist fast fertig. Dort will man künftig Produkte lagern, um sie dann, wenn die Preise entsprechend hoch sind, zu verkaufen. Ein großer Raum in der 1. Etage ist künftig als Konferenz- und Veranstaltungs- raum vorgesehen. Die Außentreppe mit Geländer fehlt noch. Es ist also mehr oder weniger noch eine Baustelle. Im  März soll dann Einzug sein.

Am Montag haben wir in Kampla noch nach Marktstandsartikeln geschaut, aber nichts Sinnvolles für unsere Basare gefunden. Abends, auf dem Weg zum Flughafen, habe ich die "Nyofa-Verantwortlichen" noch zum Tilapia-Essen eingeladen.

Die knapp 4 Wochen sind wie im Flug vergangen, und beim  nächsten Mal hoffe ich, Zeit für den Besuch eines Nationalparks zu haben.

gez. Mary Kocks-Lux