Liebe Freunde des Förderkreis Tilapia Niederrhein e.V.,
Im Februar war ich wieder in Uganda, um mich über den Stand unserer Projekte zu informieren und ich freue mich berichten zu können, dass wir alles in allem sehr zufrieden mit der vorgefundenen Situation waren.


Im diesem Jahr hat Hermann Klein-Hitpass, ein langjähriges Mitglied des Förderkreis und Pate einer Familie, mich begleitet und wir haben gemeinsam die Schaukelpisten gemeistert.
Gleich am ersten Aufenthaltstag hatten wir eine Enttäuschung zu verarbeiten. Wir hatten bei den Ggogonya Schwestern im Gästehaus Ulrike übernachtet und wollten die Gelegenheit wahrnehmen, die Teiche zu besichtigen, die mit den Spenden aus der Kirchengemeinde Seppenrade erweitert bzw. verbessert werden sollten. Leider hatten die Schwestern versucht, mit Pestiziden das Unkraut an den Teichrändern zu vernichten. Dadurch war das Wasser verseucht worden und die Fische sind gestorben. Jetzt müssen die Teiche etwa 2 Jahre regenerieren. Die Schwestern bepflanzen jetzt einige Wiesen mit Orangen- und Mangobäumen als Ausgleich.


Wir hatten vereinbart, erst alle Patenfamilien zu besuchen und danach die Fischprojekte zu besichtigen. Für die Familien haben wir in Kampala Nahrungsmittel und Seife eingekauft. Mittags sollten wir bei einer Uni-Abschlussfeier anwesend sein, leider haben wir den richtigen Ort nicht gefunden. Später am Tag hat Frau Florence Ndugga uns zurückgerufen und wir wurden für Sonntag eingeladen.


In der darauffolgenden Woche haben wir dann alle 30 Familien besucht. Jede Familie erhielt bei unserem Besuch 10 kg Reis, 5 kg Zucker und drei Stangen Seife sowie umgerechnet ca. 50 Euro für Schuldgeld, Medikamente, etc. Die Restsumme wird von Nayofa verwaltet und beim nächsten Nayofa Besuch bedarfsgerecht verteilt.
Wir wurden überall herzlich empfangen und mussten fast überall Produkte aus dem eigenem Garten oder eigene Arbeiten in Empfang nehmen, obwohl wir etwas bringen wollten. Bei einigen Familien hatte ein Umzug stattgefunden. Im vergangenen Jahr waren wir auf einigen Baustellen und in diesem Jahr waren die meisten baufälligen Hütten verschwunden. Manchmal fehlen noch der Fußboden oder die Fenster aber eigentlich sind die Familien sehr zufrieden mit dem, was sie dank unserer Hilfe geschafft haben.


Bei Mary Nayanzi stand ein LKW, der mit Holz beladen wurde. Sie hatte kein Geld mehr und wusste nicht, wie sie das Schulgeld zahlen sollte und hat dafür Holz verkauft. Ich habe Fr. Edward gebeten, ihr einige Obstbäume zu pflanzen. da die Umgebung der Hütte jetzt sehr kahl war.

Manche der älteren Frauen haben einen zu hohen Blutdruck, was auf Nierenprobleme zurückzuführen ist.
Bena Namazi war glücklich uns wieder zu hören und zu ertasten. Sie war zwar an den Augen operiert worden. Aber leider kam die OP für ein Auge zu spät und an dem anderen Auge war nach 2 Jahren die Sicht nur noch für die Ferne vorhanden. Ihre Tochter Margaret ist zu ihr gezogen, um sie zu unterstützen. Hermann stellte auch bei der Tochter einen grauen Star fest, wie bei ihrer Mutter auch am rechten Auge. Aus eigener Tasche hat Hermann Fr. Edward das Geld für eine Operation gegeben. Margaret wurde am 21. Februar operiert und hat inzwischen bestätigt, dass sie mit dem Auge wieder sehen kann.
So haben wir auch bei Florence Nassimbwa erfahren, dass eine Tochter die Arbeit in Kampala aufgegeben hat, um sich um ihre Mutter auf dem Dorf zu kümmern, weil sie zu krank ist, sich allein zu versorgen.


Margaret Kubanja hatte einen halben Hühnerstall gebaut und dann war das Geld alle. Jetzt wusste sie nicht, wie es weitergehen soll. Das Baby war gerade ein paar Wochen alt. Das Schulgeld hat sie von uns erhalten und wir haben vorgeschlagen, einen Kleinkredit von Nayofa aufzunehmen, um den Anfang der Zucht zu verwirklichen. Robert will sich darum kümmern.
Die Familie von Emmanuel Kasumba ist seit 10 Jahren eine Patenfamilie von Tilapia. Er hatte
mit 3 Jahren Polio und ist seitdem teilweise gelähmt. Als wir im vergangenen Jahr bei ihm waren, war er dabei einen Brunnen zu graben, da Wasser holen für ihn immer ein Problem war, vor allem wenn die Kinder in der Schule waren. In den letzten 2 Jahren war es in Uganda viel zu trocken und aus dem eigenen Garten hatte er nichts ernten können. Er hatte sehr viele Tomatenpflanzen und die waren alle vertrocknet. In diesem Jahr konnte er das Wasser hochholen! Weil wir im vergangenen Jahr von seinen vielen verschiedenen Arbeiten, u.a. Imker, beeindruckt waren und ein eigenes Transportmittel sein einziger Wunsch war, um nicht mehr auf die Hilfe anderer angewiesen war, haben einige hilfsbereite Freunde und Bekannte diesen Wunsch durch ihre Spenden erfüllt. Mit 2.000 Euro sind wir zum Motorradhändler gefahren und haben sein bevorzugtes Motorrad bestellt. Es muss noch angepasst werden und dann kann Fr. Edward ihm das Motorrad bringen.

Die Patenfamilien erhalten über Frau Ratermann weitere Berichte ihrer Familien.
In der zweiten Woche sind wir nach Masaka, Villa Maria gefahren um zu sehen, ob die „leeren“ Teiche wieder gefüllt waren. Das Geld dafür hatten wir im Sommer 2017 überwiesen und wir waren froh, alles in einem guten Zustand anzutreffen. Einige Teiche waren jeweils mit 10.000 Setzlingen gefüllt, die jetzt schon eine gewisse Größe hatten. Wir sind erst nachmittags angekommen, aber wir konnten uns vergewissern, dass die Schwestern eine gute Arbeit gemacht hatten. Nach dem Abendessen sind wir nach Masaka gefahren um dort im Social Center zu übernachten. Am nächsten Morgen sollten wir 3 im Bau befindliche Teiche, die wir in Zusammenarbeit mit OPAM und Caritas Maddo anlegen,besuchen.           Wir waren mit Henri Bombo verabredet, der uns die Teiche zeigen sollte. Leider können sie erst in Februar mit den Arbeiten anfangen. Das ist schlecht, weil dann die Regenzeit anfängt - aber irgendwann werden auch diese Teiche fertig sein. Wir haben trotzdem einen Teich in der Nähe besichtigt und Männer getroffen, die schon den Lehrgang mitgemacht hatten und jetzt gern mit der Zucht anfangen würden.
Auf dem Rückweg nach Kampala haben wir noch 2 Schweine mitgenommen. Die Managerin Josefine hat mit einem dritten Schwein geliebäugelt, aber das Geld genügte nicht. Hermann hat dann einen Teil für das dritte Schwein gespendet. Dann wurde der Pickup abgedeckt, denn es war sehr heiß. Zwischendurch wurden die Schweine mit Wasser besprenkelt und wir haben sie auf dem neuen Bauernhof abgeliefert.

Nach diesem ereignisreichen Tag hatten wir einen Ruhetag. An dem Montag sind wir nach Butaleja gefahren. Hermann hatte große Rückenprobleme und konnte uns leider nicht begleiten.

In Butaleja wurden wir von den DOHO Fisch Farmers empfangen. Ein Protokoll der Arbeiten wurde uns vorgelesen. Danach ging es zur Projekt-Besichtigung. Die Gruppe hatte sehr gute Arbeit geleistet. Die Einfriedung war fertig und 2 weitere Teiche waren angelegt worden. Zusätzlich eine Bewässerung für den Gemüsegarten. Der Gemüsegarten war für den benachbarten Bauern eine große Überraschung. Es ist fast unmöglich, in dem trockenen Gebiet Gemüse anzupflanzen und Gemüse ist dort Mangelware. Umso überraschter war man als sie gesehen haben, dass mit dem Teichwasser oder neben den Reisfeldern auch Gemüse angebaut werden kann.
3 Teiche, Zaun und Gemüse und sehr zufriedene Menschen, die nur noch gerne eine sehr gute Batterie (deutsches Fabrikat) hätten für eine Nachtbeleuchtung! Diebe sind immer unterwegs.
Reisfelder weit und breit in unterschiedlichen Wachstumsphasen. Es wird ganzjährig geerntet und in Kampala wurde mir bestätigt, dass es der beste Reis aus Uganda kommt.

Nachdem wir noch einige Frauen aus der Gruppe besucht hatten, die eine Hühnerzucht angefangen hatten, haben wir dort in der Nähe übernachtet und sind am nächsten Tag nach Bukedia gefahren, um dort das Ausbildungszentrum für Frauen „Apoolo Na Angor“ zu besuchen. Wir haben Frauen beim Nähunterricht zugesehen und auch wie künftige Frisörinnen fingerfertig Kunsthaare eingearbeitet haben.


Das Samaki Team der Universität Aachen wird in diesem Ausbildungszentrum nach Ostern die 4 Aquaponics bauen, die die Frauen während ihrer Ausbildungszeit in dem Zentrum betreuen werden. Dieses Projekt wird hoffentlich dann einen Schneeballeffekt haben.
Nach einem Kaffee ging es weiter zum Krankenhaus. Wieder eine Stunde Schaukelfahrt bei 36 Grad - 4 offene Fenster und eine Menge Staub.
Auch Father Edward und Robert waren überrascht vom „Holy Innocent Health Center“. Es ist ein schönes, komplett aus Spenden finanziertes Krankenhaus mitten in einer sehr ärmlichen Umgebung.
Um die Versorgung der Patienten im Krankenhaus zu verbessern, bittet Moses um Unterstützung für einen Teichbau. Kosten ca. 17.400.000,-- Ug. Shilling. D.h. ca. 4.000 Euro. Moses wurde von Fr. Edward und Robert bei der Berechnung und wichtigen Anfangsdaten unterstützt. Über die Unterstützung dieses Projekts wird in der nächsten Vorstandssitzung entschieden.
Neben dem Operationsgebäude, das - weil das Geld (ca. 5.000 Euro) dafür fehlt - noch kein Dach hat, baut Moses eine Verbrennungsanlage für die Krankenhaus-abfälle (z.B. Injektionsnadeln). Für die Fertigstellung dieser ebenfalls wichtigen Anlage fehlen noch ca. 500 Euro. Der Förderkreis darf satzungsgemäß nur den Teichbau unterstützen und kann deshalb nicht aus eigenen Mitteln dafür eintreten.
Umgebung Krankenhaus

Wir würden Moses gerne helfen, sein Projekt schneller umzusetzen. Dafür benötigen wir Ihre Unterstützung, um die wir hiermit freundlich bitten.
Wir haben bei Moses übernachtet und sind am nächsten Tag nach dem Frühstück wieder nach Kampala gefahren, wo wir um ca. 16.00 Uhr ankamen.
Am Abschiedstag waren wir von der Belegschaft zu einem gemeinsamen Essen eingeladen. Die hochmotivierten Leute arbeiten zu einem Teil auf freiwilliger Basis für Nayofa, da Nayofa als Arbeitgeber noch nicht in der Lage ist, alle Mitarbeiter zu bezahlen. Wir hoffen, dass sich das bald ändern wird.


Herzliche Grüße,
Mary Kocks-Lux